© Copyright AK 2012 Paterzeller Eibenwald Bayerische Botanische Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora (e.V.) Prof. Dr. F. Vollmann München den 28. April 1911 Sehr geehrter Herr Dr! Ihre Mitteilung über das Vorgehen der Forstbehörde klingt nicht eben erfreulich. Immerhin aber würde das Material, das Sie beibringen, soweit Ihr Brief davon handelt, noch nicht für eine Hochdruckoperation ganz ausreichen. Ich möchte Sie also bitten im Laufe des Jahres weiter zu beobachten, genaue Aufzeichnungen mit Daten sich zu machen und ev. noch andere gleichgesinnte Herrn von Weilheim mitzunehmen, die Ihre Beobachtungen bestätigen können. Am 24. September werden wir, wie gestern beschlossen wurde, einen Gesellschaftsausflug in den Eibenwald machen, wofür wir uns Ihre Führung erbitten. Ihr Kärtchen ist sehr instruktiv; ich danke Ihnen bestens dafür. Wir könnten dann eventuell vor Zusammentreten des Landrates uns schlüssig werden, was in der Sache zu tun ist. Man möchte meinen, daß dem Staate kein allzugroßer Schaden erwüchse, wenn man das bißchen Wald überhaupt intakt ließe und zum Naturdenkmal erklärte. Soweit sind wir aber in Bayern noch nicht. Wir werden später einmal darüber reden. In Prantls Flora ist Lathyrus nissolia für Oderding bei Weilheim angegeben; ist es dort noch vorhanden? Bitte Umschau zu halten. Zugleich sende ich Ihnen mit Dank Geum montanum zurück; schade, daß der genaue Fundort und die Höhe desselben nicht bekannt ist. Über Übersetzungen der script. rei rust. Konnte ich bisher nichts ermitteln; ich werde nächste oder übernächste Woche, wenn ich an die Staatsbibliothek komme, noch einmal Umfrage halten. Gegenwärtig bin ich auch nicht recht mobil; ich habe mir nämlich 4 Balggeschwulste (3 auf dem Rücken u. 1 unterm Arm), da ich Vereiterung der größten befürchtete, herausschneiden lassen und stecke ich zwängendem Verband. Mit besten Grüßen Ihr ergebener Dr. F. Vollmann [Zurück zur Literaturübersicht] Erika und Albert Kollmann Unsere private Homepage